Flipper One offiziell angekündigt: Ein radikal offenes Linux-Cyberdeck für Hacker
Der Flipper Zero war ein globales Phänomen, das über 150 Millionen Dollar Umsatz generierte. Doch anstatt sich auf dem Erfolg auszuruhen, schlägt Flipper Devices nun einen völlig neuen Weg ein. Mit dem Blogpost „Flipper One — we need your help“ bricht das Team sein langes Schweigen und stellt eine Plattform vor, die das Konzept mobiler Pentesting- und Bastel-Hardware komplett neu definiert.
Kein Flipper Zero 2: Der Sprung in den Linux-Sektor
Das Wichtigste vorweg: Der Flipper One ist kein Ersatz für den Flipper Zero. Während der Zero als kompakter Mikrocontroller für Point-to-Point-Funkprotokolle (Sub-GHz, RFID, NFC) konzipiert war, agiert der Flipper One eine Ebene höher im Software-Stack. Es handelt sich um einen vollwertigen Arm-Linux-Computer im Hosentaschenformat.
Die Hardware-Architektur im Fokus
Das Herzstück bildet ein leistungsstarker 8-Kern-SoC (Rockchip RK3576), unterstützt von 8 GB RAM und einer Mali-G52 Grafikeinheit. Für die Zukunft gerüstet ist das Gerät durch eine integrierte NPU (Neural Processing Unit), mit der sich lokale KI-Modelle und LLMs direkt auf dem Gadget betreiben lassen.
Im Gegensatz zum Zero wurden klassische Funkmodule von der Hauptplatine verbannt. Der Flipper One setzt stattdessen radikal auf High-Speed-Netzwerke und Modularität:
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Zwei native 1-Gbit/s-Ethernet-Ports für kabelgebundene Netzwerkananalysen.
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Integriertes Wi-Fi 6E.
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Ein hochflexibles Erweiterungssystem, das Verbindungen über PCI Express (M.2-Formfaktor), USB 3.0 und SATA erlaubt, um beispielsweise 5G-Modems oder SSDs anzubinden.
Das Experiment: Entwicklung als Reality-Show
Die eigentlich bemerkenswerte Nachricht dieses Releases ist nicht die Hardware, sondern der unkonventionelle Entwicklungsprozess. Der CEO Pavel Zhovner gibt offen zu, dass das Projekt das Team finanziell und technisch an die Grenzen bringt – verschärft durch die aktuelle weltweite RAM-Krise.
Deshalb hat sich das Unternehmen mit den Open-Source-Spezialisten von Collabora zusammengetan. Das erklärte Ziel: Den Rockchip-Prozessor vollständig in den Mainline-Linux-Kernel zu integrieren und proprietäre Binär-Treiber (Blobs) loszuwerden.
Es gibt noch kein Release-Datum und keinen Preis. Stattdessen hat Flipper das Flipper One Developer Portal ins Leben gerufen. Die gesamte Dokumentation und die 3D-Gehäusemodelle stehen ab Tag eins offen im Netz. Die Community soll aktiv mithelfen – sei es beim Kernel-Coding, beim Aufspüren von Treiber-Problemen oder beim Designen von Erweiterungsmodulen.
Fazit: Ein mutiger und richtiger Schritt
Der Flipper One ist ein Traum für ambitionierte Systemadministratoren, Netzwerktechniker und Hardware-Hacker. Durch den Verzicht auf eingebaute SDR- und RFID-Technik wird das Gerät zwar auf Module angewiesen sein, gewinnt dadurch aber die Flexibilität eines echten Mini-PCs. Dass Flipper den Weg der maximalen Transparenz wählt, anstatt ein unfertiges Produkt auf den Markt zu werfen, verdient großen Respekt.
Zum offiziellen Aufruf: Flipper Blog – Flipper One We Need Your Help

