FRANZFON v1.1.0 veröffentlicht: Integrierte Personalverwaltung und selbstheilende VoIP-Leitungen
Das deutsche Softwareprojekt FRANZFON hat am 17. Juli 2026 die Version 1.1.0 seiner selbst gehosteten Telefonanlage freigegeben. Während die Plattform bisher primär darauf spezialisiert war, die funktionalen Lücken der FRITZ!Box im geschäftlichen VoIP-Alltag zu schließen, markiert dieses Release einen echten Wendepunkt in der Produktstrategie. Mit der Einführung digitaler Personalakten wächst FRANZFON über die Telekommunikation hinaus und mutiert zum ganzheitlichen Betriebswerkzeug für KMUs, Kanzleien und Praxen.
Der neue Startbereich: Modularität zieht ein
Wer sich nach dem Update in der Weboberfläche anmeldet, landet nicht mehr standardmäßig im klassischen TK-Dashboard, sondern auf einem neu strukturierten Startbildschirm. Das System steuert die Ansicht intelligent über das zugewiesene Benutzermodell: Besitzt ein Mitarbeiter nur Zugriff auf ein einziges Modul, wird der Startbereich übersprungen. Administratoren und HR-Manager sehen hingegen eine Kachel-Übersicht, aufgeteilt in:
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Telefonanlage: Die gewohnte, unveränderte Administration der Telefonie-Infrastruktur.
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Mein Bereich: Der persönliche Workspace für Mitarbeiter (eingeführt im letzten Release).
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Personal: Das Herzstück des neuen v1.1.0 Updates.
Ein Blick auf die inaktiven Kacheln verrät zudem die Roadmap der Entwickler: Die Module für Urlaub, Zeiterfassung und Schichtplan sind bereits visuell implementiert und dienen als Vorschau auf kommende Funktionserweiterungen.
Die digitale Personalakte auf dem eigenen Server
Mit der neuen Personalverwaltung können sensible Mitarbeiterdaten vollständig digitalisiert und lokal gespeichert werden – ein massiver Pluspunkt für die DSGVO-Konformität, da keine Drittanbieter-Cloud involviert ist. Eine Personalakte in FRANZFON v1.1.0 umfasst:
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Persönliche Daten: Personalnummer, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit sowie private Notfallkontakte.
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Beschäftigungsverhältnis: Position, Abteilung, zugewiesene Vorgesetzte, Ein- und Austrittsdaten sowie die wöchentliche Sollarbeitszeit.
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Lohn & Steuer: Hinterlegung von IBAN, Steuer-ID, Steuerklasse, Krankenkasse und Sozialversicherungsnummer.
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Schwerbehinderung: Erfassung der rechtlich relevanten Mindestangaben zur korrekten Berechnung von Kündigungsschutz und Zusatzurlaub.
Sicherheit und Protokollierung: Die Bearbeitung ist Administratoren oder Benutzern mit der Rolle „Personal“ vorbehalten. Mitarbeiter dürfen ihre eigene Akte jederzeit im Lesemodus einsehen. Zum Schutz vor unbefugten Zugriffen und zur Erfüllung von Compliance-Vorgaben wird jeder Lese- und Schreibzugriff im Hintergrund revisionssicher protokolliert. Ein automatischer Löschschutz markiert fällige Akten nach Ablauf von Fristen lediglich, anstatt Daten eigenmächtig zu vernichten.
Technische Highlights: Das Ende „stummer“ Leitungsausfälle
Ein gefürchtetes Szenario im VoIP-Alltag ist die verwaiste Verbindung: Die Telefonanlage signalisiert eine vermeintlich fehlerfreie, grüne Verbindung zur FRITZ!Box, im Hintergrund ist der SIP-Trunk jedoch abgebrochen. Eingehende Anrufe laufen ins Leere, ohne dass der Betrieb es merkt.
FRANZFON v1.1.0 schafft hier Abhilfe durch eine selbstheilende Verbindungsprüfung. Ein regelmäßiger, absolut stiller Selbsttest überprüft die Leitung im Hintergrund. Wird eine hängengebliebene Verbindung erkannt, baut die Anlage sie vollautomatisch und transparent wieder auf – ohne Einträge in der Anrufliste oder Signalgeräusche an den Endgeräten.
Bugfixes und Optimierungen aus der Praxis
1. Voller DECT-Support
DECT-Mobilteile werden nun unter der Sektion „Telefone“ endlich als eigenständige Endgeräte mit dedizierter Durchwahl und exaktem Online-Status aufgeführt. Zudem wurde ein schwerwiegender Bug bei Yealink-Mobilteilen (z. B. an einer W70B-Basis) behoben, bei dem die Signalisierung des Klingelzeichens zu einem sofortigen Verbindungsabbruch führte.
2. HD-Codec schlägt Hardware-Rauschen
Aufgrund eines Firmware-Fehlers neigten bestimmte Yealink-Tischtelefone beim Betrieb an Software-TK-Anlagen zu einem dauerhaften Hintergrundrauschen. FRANZFON erzwingt bei der provisionierten Einrichtung dieser Geräte nun den HD-Sprachcodec. Dies eliminiert das Rauschen vollständig und sorgt für eine verbesserte interne Sprachqualität.
3. Klartext bei der FRITZ!Box-Benennung
Wird die Telefonanlage hinter einem kaskadierten Router-Setup betrieben und ein eigener Hostname statt der Standardadresse fritz.box verwendet, quittierte das System Verbindungsfehler bisher mit einem kryptischen „Ursache unbekannt“. Die neue Version gibt nun eine präzise Fehlermeldung aus und schlägt die direkte IP-Eingabe vor.
Update-Hinweise für Administratoren
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Backup-Pflicht: Vor dem Anstoßen des Updates in der Weboberfläche sollte die FRANZFON-VM zwingend gesichert werden (in Proxmox VE via Snapshot, in Hyper-V via Prüfpunkt).
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Yealink-Telefone: Damit die neue HD-Codec-Konfiguration gegen das Hardware-Rauschen wirksam wird, müssen betroffene Telefone nach dem Update einmal kurz stromlos gemacht werden.
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Fax-Erweiterung: In der Anrufliste wird bei Telefaxen nun das Label „Fax“ inkl. vollständiger Absenderkennung mit Vorwahl angezeigt. Nach dem Update erscheint auf der Fax-Seite ein Hinweis zur einmaligen Eingabe der eigenen Ortsvorwahl, um die Formatierung der Kopfzeilen auf ausgehenden PDFs zu vervollständigen.
FRANZFON Webseite: https://franzfon.de/

